Amazonen in Stuttgart

  • Hat jemand darüber informationen ? Aus dem Thema heraus von Vicky sind mir da so einige Fragen gekommen .


    Wie hoch war die " Urpopulation " ( es können ja nicht 70-90 Loide gleichzeitig das Fenster aufgemacht haben :) )
    Wielange leben die schon da .
    Was ist an Krankheiten bekannt .
    Wie lange leben die schon da .
    Sind Inzuchtprobleme bekannt .
    Halten die Vögel physisch unseren Winter durch
    was fressen sie noch ausser Eibe ( kann daher der Leberschaden kommen der unter anderem auch in Vickys Thema vorkam )


    MFG Jens

  • Hallo Jens,


    wie in dem vom "Ralf" eingefügten Link nachzulesen, wurde 1984 das erste frei fliegende Exemplar im Rosensteinpark gesichtet. Die Wilhelma wilderte 1985 einen Partnervogel der gleichen Unterart aus. 1986 kam es zur ersten Brut, aus der drei Junge flügge wurden. Im Dezember 1998 sichtete man ca. 50 Exemplare - darunter sollen ca. zehn Brutpaare gewesen sein. Bestandserfassungen werden immer schwieriger, weil der früher geschlossen aufgetretene Trupp sich inzwischen in Gruppen aufgeteilt hat, die sich in verschiedenen Stadtteilen aufhalten. Zudem ist unklar, ob sie immer noch an einem bestimmten Schlafplatz zusammenkommen oder an unterschiedlichen Schlafplätzen nächtigen. Inzwischen ist der Bestand aus bisher nicht geklärten Gründen rückläufig.


    Zur Ernährung ist mir bekannt, daß insgesamt 36 verschiedene Nahrungspflanzen dokumentiert sind.


    Gruß
    Heidrun

    Ist eine Sache einmal verdorben, so nutzt es nichts mehr, im Nachhinein mit "Liebe" und "Pflicht" herumzufuchteln. (lieh-tzu)
    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer)

  • Hallo,

    wie in dem vom "Ralf" eingefügten Link nachzulesen, wurde 1984 das erste frei fliegende Exemplar im Rosensteinpark gesichtet. Die Wilhelma wilderte 1985 einen Partnervogel der gleichen Unterart aus. 1986 kam es zur ersten Brut, aus der drei Junge flügge wurden. Im Dezember 1988 sichtete man ca. 50 Exemplare - darunter sollen ca. zehn Brutpaare gewesen sein.

    erst musste ich ein wenig grinsen - aber ich denke, es war ein Tippfehler, denn wenn aus zwei Amazonen 1985 bereits im Jahr 1988 fünfzig (50) Stück hervor gegangen sein sollen, müssen diese Amazonen doch recht schnell geschlechtsreif geworden sein und selbst Kücken hervor gebracht haben = innerhalb von 3 Jahren oder wurden wirklich die Fenster geöffnet und nur Amazona Oratrix entlassen?


    Gruß
    Vicky

  • Hallo

    Zitat

    Am Abend zuvor konnten die Teilnehmer an einer Exkursion zu den freilebenden Amazonen im Stuttgarter Rosensteinpark teilnehmen. Diese Möglichkeit wurde rege genutzt, und viele Papageienliebhaber konnten unter der fachkundigen Führung von Michael Braun und Michael Eick die Gelbkopfamazonen (Amazona ochrocephala oratrix) an ihrem Schlafbaum beobachten.

    Am Samstag fanden sich 120 Teilnehmer zur Tagung ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Fondssprecher René Wüst begann Diplom-Biologe Michael Braun mit seinem Bericht über die freilebenden Amazonen in Stuttgart. Nach einem Überblick über die Gattung der Amazonen ging er speziell auf Amazona ochrocephala und ihre Unterart oratrix ein, deren Weltbestand von 70.000 Tieren in den 1970er Jahren auf heute 7.000 Exemplare sank. – 1984 flog eine einzelne Amazone frei in der Wilhelma, ein weiteres Tier wurde freigelassen, und 1986 gab es die erste Brut mit drei Jungtieren. Im Jahr 1991 brüteten dann schon vier Paare. Der Bestand ging jedoch seitdem nicht exponentiell hoch. Derzeit gibt es in Stuttgart etwa 50 freilebende Amazonen. Einige Nahrungspflanzen der Tiere und Details zum Freileben wurden vorgestellt. In Deutschland ist von elf Papageienarten nachgewiesen, dass sie zumindest einmal in Freiland gebrütet haben.

    oder auch - siehe nächstes Post, weil mir das System sagt: Text zu lang.

  • Teil 1

  • Teil 2

    sind, glaube ich, neueren Datums. ;)


    Gruß
    Vicky

  • Hi ;
    Danke für die Infos .
    Aber ne >Frage hab ich da noch :

    Zitat

    "Sie besitzen kein Daunengefieder wie die heimischen Vögel", sagt Hoppe.


    Was heist das ? sie besitzen nur das Deckgefieder ?( . Ich hab von Amazonen ja nun wenig oder bessergesagt gar keine Ahnung . Ist das so . Ich hatte auch schon mal gelesen das diese Puderdunen haben . Ja was denn nun ? Keine Dunen , Puderdunen ?(


    Heidrun , wenns nicht zuviel Mühe macht würden mich die Pflazen interessieren die giftig sind . Kannst Du mir die mal aufschreiben ^^ .
    MFG Jens

  • Ja Dörnte weiß ich doch , hab ich doch im ersten post geschrieben mit der Eibe . Ich möchte nur noch wissen was evtl noch toxisch wäre . Die Amazonen können da wohl ne Menge ab .
    MFG Jens

  • Hallo Jens,


    Was heist das ? sie besitzen nur das Deckgefieder ?( . Ich hab von Amazonen ja nun wenig oder bessergesagt gar keine Ahnung . Ist das so . Ich hatte auch schon mal gelesen das diese Puderdunen haben . Ja was denn nun ? Keine Dunen , Puderdunen ?(


    die Anmerkung von Hoppe ("Sie besitzen kein Daunengefieder wie die heimischen Vögel") ist vielleicht etwas mißverständlich. Sie besagt natürlich nicht, daß die "Stuttgarter Amazonen" über kein Daunengefieder verfügen, sondern lediglich, daß das Daunengefieder der heimischen Standvögel sich von demjenigen der Amazonen unterscheidet. Die Amazonen haben wie auch unsere heimischen Vögel von Natur aus Konturfedern (Deckfedern, Schwungfedern, Steuerfedern) und als sog. Untergefieder Daunenfedern. Der Hinweis von Hoppe kann sich nur darauf beziehen, daß Vögel in einem angestammten Lebensraum mit wesentlich niedrigeren Jahresdurchschnitt-Temperaturen (und jahreszeitlich bedingt stärkeren Schwankungen zwischen Temperaturmaxima und Temperaturminima) logischer Weise über ein dichteres Untergefieder verfügen als Vögel, die ursprünglich in einem äquatornäheren Lebensraum mit wesentlich höheren Jahresdurchschnitt-Temperaturen beheimatet sind.



    Zitat

    von Jens Hildebrandt
    Heidrun , wenns nicht zuviel Mühe macht würden mich die Pflazen interessieren die giftig sind . Kannst Du mir die mal aufschreiben ^^ .


    Gib mir etwas Zeit, Jens :rolleyes: . Vor ein paar Minuten bekam ich einen Anruf, daß morgen die Arbeiten am Haus beginnen und das bedeutet noch etwas Vorarbeit.


    Gruß
    Heidrun

    Ist eine Sache einmal verdorben, so nutzt es nichts mehr, im Nachhinein mit "Liebe" und "Pflicht" herumzufuchteln. (lieh-tzu)
    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer)

  • Zu den Gelbkopfamazonen haben sich bereits Blaustirnamazonen gesellt, die wiederum bereits gemeinsam Nachwuchs erzeugt haben sollen. Gibt es darüber auch schon Berichte?
    Hier ein Link Man kann das Bild anklicken, dann kommen noch weitere vom März 2010.
    Hier noch ein Paar hübsche Bilder: klick
    Auf dieser Seite wird allerhand Interessantes über freilebende Papageien - auch die Amazonen - berichtet. Ist aber schon was älter.


    Grüße, Alex

  • Hallo Jens,


    Heidrun , wenns nicht zuviel Mühe macht würden mich die Pflazen interessieren die giftig sind . Kannst Du mir die mal aufschreiben ^^ .


    hier Pflanzen, bei deren Verzehr die Amazonen beobachtet wurden:


    Heimische Pflanzen:


    Verschiedene Ahornarten (Acer spp.), Baumhasel (Corylus colurna), verschiedene Birkenarten (Betulus spp.), verschiedene Buchenarten (Fagus spp.), Eberesche (Sorbus aucuparia), Eibe (Taxus baccata), verschiedene Eichenarten (Quercus spp.), Esche (Fraxinus excelsior), Haselnuss (Corylus avellana), verschiedene Heckenrosen (Rosa spp.), Kiefer (Pinus sp.), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Schwarzerle (Alnus glutinosa), Schwarzpappel (Populus nigra agg.), Ulme (Ulmus sp.), Waldrebe (Clematis vitalba), Winterlinde (Tilia cordata), Weide (Salix sp.), Weißdorn (Crataegus laevigata)


    Domestizierte Pflanzen:


    Apfel (Malus communis), verschiedene Kirscharten (Prunus spp.), Walnuß (Juglans regia), Zwetschge (Prunus domestica)


    Nicht-heimische Pflanzen:


    Amerikanischer Geweihbaum (Gymnocladus dioicus), Kaukasische Flügelnuß (Pterocarya fraxinifolia), Lamberts-Hasel (Corylus maxima), Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Mongolische Maulbeere (Morus mongolica), Weiße Maulbeere (Morus alba), Nootka-Scheinzypresse (Chamaecyparis nootkatensis), Platane (Platanus x hybridus), Robinie (Robinia pseudoacacia), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Riesenlebensbaum (Thuja plicata), Schwarzkiefer (Pinus nigra), Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)


    "Besonders häufig werden die Früchte der Eibe (Taxus baccata), der Platane (Platanus x hybridus) und Robinie (Robinia pseudoaccacia) verzehrt. Auch schwer verdauliche Nahrung und für Menschen giftige Pflanzen verschmähen die Amazonen nicht."


    Quelle:
    Schmolz, M. (2005): Vom Regenwald an den Neckar - Gelbkopfamazonen Amazona oratrix in Stuttgart, Staatl. Museum für Naturkunde, Stuttgart


    Die Liste beinhaltet mehrere für andere Tierarten oder Menschen leicht bis stark giftige und/oder ungenießbare Pflanzen. 3 (der markantesten) davon habe ich durch Unterstreichung gekennzeichnet.


    Hinweis: Bitte diese Pflanzenliste keinesfalls als Fütterungsorientierung für Euere Papageien verwenden. Pflanzen (Pflanzenteile), die trotz toxischer Bestandteile von einer Art vertragen werden, können unter Umständen bei einer anderen Art völlig andere Wirkungen haben. So ist mir z. B. ein Verdachtsfall auf Exitus durch Aufnahme von Robinienteilchen bei einem Kakadu bekannt.


    Gruß
    Heidrun

    Ist eine Sache einmal verdorben, so nutzt es nichts mehr, im Nachhinein mit "Liebe" und "Pflicht" herumzufuchteln. (lieh-tzu)
    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer)

  • Auszug aus Korrespondenz mit Michael Lierz (zu dieser Zeit: Institut für Geflügelkrankheiten, Universität Berlin) wg. Verdachtsfall auf Vergiftung durch Robinie bei einem Inkakakadu: "Zeitgleich mit der Umsetzung in eine Voliere mit Robinienzweigen wurde die sonst übliche Fütterung von Tonerde eingestellt. Die Symptome waren plötzliches Nierenversagen und Verenden. Zusätzlich fanden wir noch Magenschleimhautveränderungen. Gleiches wird bei Pferden nach Robinienaufnahme festgestellt. Alle Befunde weisen auf eine Vergiftung hin, andere Gifte konnten aber mehr oder weniger ausgeschlossen werden, wenn auch nicht ganz sicher. Wir sind gerade dabei, Robiniengifte nachweisen zu lassen - dauert aber noch (...) wie gesagt, Züchter hier Robinie häufig nutzen. Ich habe dafür wenig Verständnis, da die Giftigkeit für andere Tiere nachgewiesen ist und da sicher ungiftige Pflanzen leicht erhältlich sind.“

  • Robinie: in dem Buch "Giftpflanzen und Intoxikationen in der tierärztlichen Praxis"(Habermehl + Ziemer, Schaperverl.) wird von einer Vergiftung durch Verfütterung von Holz berichtet, wurde verwechselt mit Weide - achtzehn Ponies starben. Pferde reagieren laut dieser Quelle wesentlich empfindlicher als z.B. Rinder oder Menschen. Alle gehören zu der Klasse der Säugetiere - zu beachten ist, dass auch die Vögel eine Klasse sind (= hierarchische Stufe der biologischen Systematik)


    So unterschiedlich wie im o.g. Beispiel können natürlich auch die verschiedenen Vögel reagieren.


    Um nochmal auf die Eibe zurückzukommen: Die ganze Pflanze ist giftig, mit Ausnahme der roten Scheinbeere. Der darin enthaltene Same allerdings ist hochgiftig!


    Zitat

    "Zeitgleich mit der
    Umsetzung in eine Voliere mit Robinienzweigen wurde die sonst übliche
    Fütterung von Tonerde eingestellt.

    ist eigentlich bekannt, ob die freilebenden Halsies + Amazonen in D. sich irgendwo mit Lehm eindecken können?


    Zitat

    Ich habe dafür wenig Verständnis, da die Giftigkeit für andere Tiere nachgewiesen ist und da sicher ungiftige Pflanzen leicht erhältlich sind.“

    das kann man gar nicht groß genug schreiben! :!:

  • Hallo Dörnte ;
    mit der geofagie hat Heidrun und Volker in ihrem Buch beschrieben . Hierzu wurden Beobachtungen von F. Burkhard wiedergegeben ( wenn ich mich recht entsinne ).
    Heidrun , danke für die Erklärung mit dem Dunengefieder . Aber was haben Amazonen nun ; Puderdunen ? Ist die Bürzeldrüse schon so weit zurückgebildet das sich Puderdunen gebildet haben ? Ich glaube die Karin Grassel hatte mir das mit den Puderdunen erzählt . Stimmts oder stimmts nicht .


    Warum können die Amazonen solch giftige Pflanzen ab , weiß das jemand ? Wie hängt dies zusammen ?
    MFG Jens

  • Hallo Jens,


    (...) mit der geofagie hat Heidrun und Volker in ihrem Buch beschrieben . Hierzu wurden Beobachtungen von F. Burkhard wiedergegeben ( wenn ich mich recht entsinne ).
    (...)
    Warum können die Amazonen solch giftige Pflanzen ab , weiß das jemand ? Wie hängt dies zusammen ?


    "(...) Tanja und Frank Burkhard beobachteten zeitweise recht intensiv die in bestimmten Bereichen Stuttgarts (Bad Cannstatt, Rosensteinpark, Nähe Zoologischer und Botanischer Garten Wilhelma) freilebende Population von Doppelgelbkopfamazonen, welche sich wohl ursprünglich aus entflogenenen oder "freigelassenen" Amazonen aufgebaut hat. Sie konnten zum Beispiel feststellen, dass die Amazonen auch von Pflanzenteilen und Beeren des als giftig geltenden heimischen Efeus fraßen und offensichtlich keine Schäden davontrugen. Gleichzeitig machten sie die Beobachtung, dass die Vögel in den nahe gelegenen Weinbergen ein deutlich erkennbares geophages Verhalten zeigten - also Erde aufnahmen. (...)"


    Quelle:
    Munkes, V. & H. Schrooten (2008 ): Papageienverhalten verstehen, Ulmer Verlag, Stuttgart


    Zitat

    von Jens Hildebrandt
    (...) Aber was haben Amazonen nun ; Puderdunen ? Ist die Bürzeldrüse schon so weit zurückgebildet das sich Puderdunen gebildet haben ? Ich glaube die Karin Grassel hatte mir das mit den Puderdunen erzählt . Stimmts oder stimmts nicht .


    Es stimmt, Jens. Amazonen haben keine Bürzeldrüse.


    Gruß
    Heidrun

    Ist eine Sache einmal verdorben, so nutzt es nichts mehr, im Nachhinein mit "Liebe" und "Pflicht" herumzufuchteln. (lieh-tzu)
    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer)

  • Hallo Heidrun ;

    Zitat

    Es stimmt, Jens. Amazonen haben keine Bürzeldrüse.

    Alle Unterarten ?
    MFG Jens